Fehlerhilfe

Was passiert bei dir?

Symptom wählen, dann Schritt für Schritt prüfen. Die häufigste und einfachste Ursache kommt zuerst. Meist bist du nach zwei, drei Prüfungen fertig.

Bevor du anfängst

  • Multimeter bereitlegen: die meisten Fehler sind Strom- oder Masseprobleme.
  • Einstellungen sichern (Config → Security & Updates), bevor du viel änderst.
  • Mit einem kurzen Teststück anfangen, wenn die ganze Anlage nicht läuft.
Sicherheit
Vor Arbeiten an Kabeln immer das Netzteil vom Netz trennen. Messungen am 230-V-Netz nur durch eine Elektrofachkraft.
Für Gewerbe
Nicht gelöst? Der WLED-Basis-Support (typisch 30 Minuten per Fernwartung oder Telefon) findet die Ursache meist sofort.

Alle Prüfungen auf einen Blick

Es leuchtet gar nichts
  1. Strom am Streifen? Mit einem Multimeter am Streifen-Anfang zwischen + und GND messen. Die Spannung muss der Streifenspannung entsprechen (5, 12 oder 24 V).
  2. Richtiges Ende angeschlossen? Die Pfeile auf dem Streifen müssen vom Controller weg zeigen. Der Controller gehört an DIN (Data In). Am falschen Ende bleibt alles dunkel.
  3. Ist der Ausgang in WLED eingeschaltet? In der Oberfläche: Ein-Schalter an, Helligkeit über 0, Farbe nicht Schwarz. Klingt banal, passiert aber oft nach einem Reset.
  4. Datenpin und LED-Anzahl richtig? Config → LED Preferences: GPIO laut Datenblatt des Controllers, Länge größer als 0, LED-Typ passend (meist WS281x).
  5. Relais-Pin eingetragen? Controller mit Relais (z. B. 4336-616, 4336-116-RF) schalten den Ausgang nur frei, wenn der Relais-GPIO eingetragen ist. 4336-116-RF: IO21 und IO19.
  6. Erster Pixel defekt? Ein defekter erster Chip blockiert alle folgenden. Testweise den ersten Abschnitt abtrennen und neu anschließen.
Flackern, Glitzern oder zufällige Farben
  1. Gemeinsame Masse (GND)? Controller und Streifen brauchen dieselbe Minus-Leitung. Bei zwei Netzteilen die beiden GND verbinden. Häufigste Ursache überhaupt.
  2. Richtiger LED-Typ eingestellt? Ein falscher Typ (z. B. WS2801 statt WS281x, oder RGB statt RGBW) erzeugt Datensalat.
  3. Datenleitung zu lang? Vom Controller zum ersten Pixel möglichst kurz bleiben. Bei längeren Strecken hilft ein Signalverstärker oder Pegelwandler (3,3 V → 5 V).
  4. Netzteil überlastet? Flackert es nur bei hellen Effekten? Dann reicht das Netzteil nicht. Strombegrenzung (ABL) auf den Netzteilwert setzen oder größeres Netzteil.
  5. Backup-Datenleitung (WS2815)? Bei Streifen mit BI-Leitung diese laut Datenblatt beschalten (oft am ersten Pixel auf GND). Offen gelassen fängt sie Störungen ein.
Farben stimmen nicht (Rot ist Grün …)
  1. Farbreihenfolge (Color Order) LED Preferences → Color Order. WS2812B ist meist GRB. Einfach RGB, GRB, BRG durchprobieren, bis Rot wirklich rot ist.
  2. RGBW richtig eingestellt? RGBW-Streifen (z. B. SK6812 RGBW) als RGBW-Typ anlegen und unter White Management einen Auto-White-Modus wählen. Sonst verschieben sich die Farben ab der zweiten LED.
  3. Weiß hat einen Stich? Gamma-Korrektur aktiviert lassen. Gelblich zum Ende hin ist kein Farbproblem, sondern Spannungsabfall (siehe nächstes Symptom).
Zum Ende hin rötlich, gelblich oder dunkler
  1. Spannungsabfall prüfen Am Ende messen, während alles weiß leuchtet. Deutlich weniger als am Anfang heißt: zu wenig Einspeisung.
  2. Zusätzlich einspeisen Plus und Masse zusätzlich am Ende oder in Abständen einspeisen. Richtwerte laut Shop: 5-V-Streifen 1 bis 5 m, 24-V-Streifen bis 10 m einseitig. Die Datenleitung nie einspeisen.
  3. Kabelquerschnitt zu klein? Dünne Zuleitungen verlieren Spannung und werden warm. Zuleitung nach Strom und Länge dimensionieren.
Controller im Netzwerk nicht erreichbar
  1. 2,4-GHz-WLAN vorhanden? Die Controller funken nur im 2,4-GHz-Band. Bei Mesh oder Band-Steering hilft ein eigener 2,4-GHz-Netzname.
  2. Hotspot WLED-AP sichtbar? Findet der Controller dein WLAN nicht, öffnet er wieder WLED-AP (Passwort wled1234, falls nicht geändert). Dann unter 4.3.2.1 die WLAN-Daten korrigieren.
  3. IP-Adresse statt .local .local-Namen funktionieren nicht auf jedem Gerät. Die IP steht in der Geräteliste des Routers; die WLED-App sucht automatisch.
  4. Signal zu schwach? Metallgehäuse, Alu-Profile und Wände dämpfen stark. Controller näher an den Router oder einen LAN-Controller wählen.
Zu dunkel, obwohl Helligkeit auf Maximum
  1. Strombegrenzung zu niedrig? WLED begrenzt ab Werk auf 850 mA. Unter LED Preferences den Maximalstrom auf den Nennstrom des Netzteils setzen.
  2. Strom pro LED passend? Die LED-Spannung/Typ-Auswahl (z. B. „5V default 55 mA“) steuert die Schätzung. Für 12/24-V-Streifen den passenden Wert wählen.
  3. Segment- oder Preset-Helligkeit? Segmente haben eine eigene Helligkeit. Prüfen, ob ein Segment oder Preset gedimmt ist.
Glimmt oder blitzt im ausgeschalteten Zustand
  1. Off Refresh aktivieren LED Preferences → „Off Refresh“: WLED sendet auch im Aus-Zustand regelmäßig „Schwarz“. Das beseitigt Glimmen und Aufblitzen meist sofort.
  2. Relais nutzen Controller mit Relais trennen den Streifen im Aus-Zustand ganz von der Spannung. Das spart auch Standby-Strom.
  3. Masse und Datenleitung prüfen Störungen auf der Datenleitung werden als Befehle gelesen. GND verbinden, Datenleitung kurz halten.
Controller startet ständig neu
  1. Spannung bricht ein? Bei hellen Effekten sackt ein zu kleines Netzteil ein und der ESP32 startet neu. Strombegrenzung setzen oder Netzteil vergrößern.
  2. Zu viele LEDs oder Effekte? LED Memory Usage in den LED Preferences prüfen. Sehr viele Segmente, 2D-Effekte und Echtzeit gleichzeitig belasten den Speicher.
  3. Nach Update? WLED 16 erkennt Boot-Schleifen und stellt sich selbst wieder her. Sonst per USB mit install.wled.me neu flashen und Backup einspielen.
Reagiert nicht auf Musik
  1. Controller mit Mikrofon? Musik-Effekte brauchen ein Mikrofon am Controller (z. B. 4336-310, 4336-USB, 4336-616) und die AudioReactive-Funktion.
  2. Mikrofon konfiguriert? Unter Usermods → AudioReactive Mikrofontyp und Pins laut Datenblatt einstellen (z. B. 4336-116-RF: PDM, SD IO32, WS IO15).
  3. Empfindlichkeit Squelch (Rauschschwelle) senken und Gain erhöhen, bis die Pegelanzeige reagiert. Einen Effekt mit Noten-Symbol (♪) wählen.
Fernbedienung reagiert nicht
  1. Batterien und Abstand 2 × AAA prüfen. Reichweite der 4336-001 laut Hersteller bis 50 m, Wände und Metall verkürzen sie.
  2. ESP-NOW in WLED eingeschaltet? Config → WiFi Setup: ESP-NOW aktivieren und „Disable WiFi sleep“ setzen, sonst kommen Tastendrücke nicht an. Speichern, Controller startet neu.
  3. Fernbedienung angemeldet? Eine Taste drücken: Die MAC-Adresse erscheint unter „Last device seen“. Mit + in die Liste übernehmen. Nicht gelistete Fernbedienungen ignoriert WLED, bis zu 10 sind möglich.
  4. Controller mit WLED-Firmware? Die 4336-001 ist für die GLEDOPTO-WLED-Controller gedacht. Beim 4321-WL4 (MiBoxer) bestätigt kein Hersteller die Kombination; dort ist die MiBoxer-2,4-G-Fernbedienung vorgesehen.
  5. Gleicher WLAN-Kanal? ESP-NOW funkt auf dem WLAN-Kanal des Controllers. Wechselt der Router den Kanal automatisch, kann die Verbindung abreißen. Festen Kanal im Router einstellen.
Leuchtet nur bis zu einer Stelle
  1. LED-Anzahl in WLED zu klein? Config → LED Preferences: Länge muss die Pixelzahl des ganzen Streifens sein, nicht die Meterzahl. Bei Streifen mit mehreren LEDs je IC zählt jeder IC als ein Pixel.
  2. Defekter Chip an der Stelle? Hinter einem defekten IC bleiben alle folgenden dunkel oder zeigen Zufallsfarben. Den letzten leuchtenden und den ersten dunklen Abschnitt prüfen, ggf. herausschneiden und überbrücken.
  3. Lötstelle oder Steckverbinder? An Verbindungsstellen sitzt die Datenleitung oft lose. Kurz auf die Stelle drücken: flackert es dahinter, ist es die Verbindung.
  4. Spannung hinter der Stelle? Messen: Fällt die Spannung dahinter stark ab, fehlt eine Einspeisung. Der Set-Planer zeigt, wo eingespeist werden muss.
Zweiter Ausgang oder Zone bleibt dunkel
  1. Zweiten Ausgang angelegt? Config → LED Preferences: Jeder Ausgang braucht einen eigenen Eintrag mit eigenem GPIO, Start-LED und Länge. Mit + einen weiteren Ausgang hinzufügen.
  2. Richtiger GPIO? Die Pins stehen im Datenblatt des Controllers, z. B. 4321-WL4: Daten-GPIO 4, 16, 18, 19. Ein vertauschter Pin lässt die Zone dunkel.
  3. Start-LED überlappt? Ausgang 2 beginnt dort, wo Ausgang 1 endet (Start = Länge von Ausgang 1). Überlappungen führen zu doppelt belegten oder fehlenden Pixeln.
  4. Segment eingeschaltet? Im Segmente-Bereich der Oberfläche prüfen, ob für die zweite Zone ein Segment existiert und eingeschaltet ist.
Effekte ruckeln oder laufen langsam
  1. Zu viele Pixel an einem Ausgang? WS281x brauchen etwa 30 µs je Pixel. Bei 1000 Pixeln an einem Ausgang sind nur rund 33 Bilder pro Sekunde möglich. Auf mehrere Ausgänge verteilen.
  2. Bildrate begrenzt? Config → LED Preferences: Ziel-Bildrate (Target refresh rate) prüfen. Die tatsächliche Bildrate zeigt Info in der Oberfläche.
  3. WLAN schwach? Bei Sync oder Streaming (E1.31, DDP) ruckelt es bei schwachem Signal. Info zeigt die Signalstärke; LAN-Controller (4336-616, 4336-620, 4336-611) sind stabiler.
  4. Viele Segmente und Overlays? Jedes Segment mit eigenem Effekt kostet Rechenzeit. Testweise auf ein Segment reduzieren.
Streifen, Netzteil oder Controller wird heiß
  1. Streifen auf Alu-Profil? Dichte Streifen geben viel Wärme ab. Ohne Alu-Profil altern LEDs schneller und verfärben sich. Auf Holz oder Kunststoff immer ein Profil verwenden.
  2. Netzteil ausreichend groß? Leistung bei Vollweiß plus 20 % Reserve. Ein Netzteil am Limit wird heiß und schaltet ab. Für eingebaute Netzteile Belüftung einplanen.
  3. Zu viel Strom über den Controller? Klemmen und Leiterbahnen haben Grenzen (z. B. 4336-616: 10 A je Ausgang). Bei mehr Strom den Streifen direkt vom Netzteil versorgen, Controller nur Daten + GND.
  4. Klemmen fest, Querschnitt passend? Lose Schraubklemmen und zu dünne Kabel werden warm. Nachziehen und den Querschnitt nach Strom und Länge wählen lassen (Elektrofachkraft).
Weiß sieht bläulich, rosa oder ungleichmäßig aus
  1. RGB-Weiß statt echtem Weiß? RGB-Streifen mischen Weiß aus Rot, Grün und Blau, das wirkt oft kühl. Für gutes Weißlicht einen Weiß-Pixelstreifen (z. B. warmweiß 2500 K, CRI > 90) oder RGBW wählen.
  2. Farbreihenfolge falsch? Bei falscher Reihenfolge (z. B. RGB statt GRB) stimmt keine Farbe. Config → LED Preferences: Farbreihenfolge testen, bis Rot rot ist.
  3. Weißkanal bei RGBW? Bei RGBW-Streifen den passenden LED-Typ und den Weiß-Modus (Auto-White) einstellen, sonst bleibt der Weißkanal aus.
  4. Zum Ende hin anders? Wird es zum Ende rötlich oder gelblich, fehlt Spannung. Siehe Symptom „Zum Ende hin rötlich“.
Einstellungen oder Presets sind weg
  1. Gesichert? Config → Security & Updates: Konfiguration und Presets regelmäßig als Datei sichern. Daraus lässt sich alles in Sekunden wiederherstellen.
  2. Nach Update oder Neuinstallation? Ein Neuflashen über USB mit Löschen setzt alles zurück. Normale Updates über die Oberfläche behalten Einstellungen in der Regel.
  3. Preset gespeichert, nicht nur eingestellt? Änderungen an Farbe und Effekt sind erst nach „Save“ in einem Preset dauerhaft. Für den Start ein Boot-Preset festlegen (Config → LED Preferences).
Update fehlgeschlagen oder Controller startet nicht mehr
  1. Richtige Firmware-Datei? Die Datei muss zum Chip passen (ESP32, ESP32-C3, ESP32-S3 …). Für LAN-Controller gibt es Ethernet-Varianten. Im Zweifel beim Händler fragen.
  2. WLED-AP sichtbar? Startet WLED, findet aber das WLAN nicht, öffnet es den Hotspot WLED-AP (Passwort wled1234). Dort unter 4.3.2.1 neu einrichten.
  3. Über USB neu flashen Über den Web-Installer install.wled.me lässt sich WLED per USB-Kabel im Chrome- oder Edge-Browser neu aufspielen. Vorher Konfiguration sichern, falls noch möglich.
Home Assistant findet WLED nicht
  1. Gleiches Netz? Die automatische Erkennung läuft über mDNS und funktioniert nicht über VLAN- oder Gastnetz-Grenzen. Dann die Integration manuell mit der IP-Adresse hinzufügen.
  2. WLED-Version aktuell? Die Home-Assistant-Integration benötigt WLED 0.14 oder neuer. Version steht unter Info.
  3. Feste IP-Adresse? Ändert sich die IP, verliert Home Assistant die Verbindung. Im Router eine feste Adresse für den Controller vergeben.
Zeitplan schaltet zur falschen Zeit
  1. Zeitzone und NTP? Config → Time & Macros: NTP einschalten und die Zeitzone wählen (für Deutschland CET/CEST). Ohne Internet kennt WLED die Uhrzeit nicht.
  2. Sonnenauf- und -untergang? Für Zeitpläne nach Sonnenstand Breiten- und Längengrad eintragen, sonst stimmen die Zeiten nicht.
  3. Preset-Nummer richtig? Zeitpläne rufen Presets über ihre Nummer auf. Nach dem Umsortieren von Presets die Zuordnung prüfen.
Mehrere Controller laufen nicht synchron
  1. Sync eingeschaltet? Config → Sync Interfaces: am führenden Controller Senden, an den anderen Empfangen aktivieren. Alle im selben Netz, UDP-Port gleich (Standard 21324).
  2. Gleiche Version und Effekte? Effekte laufen nur gleich, wenn alle Controller dieselbe WLED-Version haben und die Segmente ähnlich lang sind.
  3. WLAN stabil? Sync-Pakete gehen bei schwachem WLAN verloren. Für Shows mit vielen Controllern LAN bevorzugen.